Projektfläche Hohenzollerndamm

Auf dem Mittelstreifen des Hohenzollerndamms im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf konnten Anfang Juni 2019 insgesamt 1.437 Quadratmeter für Wildbienen aufgewertet werden. 1.201 Quadratmeter davon wurden als Wildblumenwiese umgestaltet und 236 Quadratmeter auf eine angepasste Mahd zur Förderung der natürlichen Vegetation umgestellt.

Das verwendete Saatgut stammt aus dem Berliner Raum und ist in seiner Artzusammensetzung optimal an die Bedürfnisse der Wildbienen angepasst. Auch viele weitere Bestäuber profitieren von dieser Pflanzenauswahl.

Seit Frühjahr 2020 wird die Fläche zudem durch eine Nistsäule ergänzt, in der solitäre Wildbienen ihre Brutzellen anlegen können.

Ergebnisse der Wildbienenerfassung:

Auf dem Mittelstreifen des Hohenzollerndamms konnten insgesamt 17 Wildbienenarten gefunden werden, was eine vergleichsweise recht hohe Anzahl ist. Es wurden jedoch nahezu keine anspruchsvollen und/oder gefährdeten Arten festgestellt. Nur eine Art gilt (bundesweit) als gefährdet, nämlich die Furchenbiene Lasioglossum sexnotatum. Daneben kamen drei oligolektische Arten (Nahrungsspezialisten) vor, nämlich Colletes daviesanus und Heriades crenulatus (spezialisiert auf  Korbblütler) sowie Hoplitis adunca (spezialisiert auf Natternkopf). Die meisten Arten wurden in geringen Individuendichten (12x selten, 2x zerstreut)  beobachtet, nur die weit verbreiteten Hummelarten Bombus lapidarius, B. pascuorum und B. terrestris und auch die Garten-Blattschneiderbiene Megachile willughbiella traten auf der Projektfläche häufiger auf.

Bei der Erfassung 2019 wurden, verglichen mit den anderen Flächen, die in diesem Jahr untersucht wurden, viele wichtige Nektar- und Pollenpflanzen festgestellt (18 Arten). Von diesem Blütenangebot profitieren die Wildbienen, weshalb die Anzahl der gezählten Arten auf im Vergleich zum Vorjahr von 17 auf 20 gestiegen ist.

Keine der Arten ist in Berlin oder Deutschland gefährdet. Zwei Arten befinden sich aber auf der bundesweiten (Epeolus variegatus) oder landesweiten Vorwarnliste (Hylaeus pictipes). Vier Arten gehören zudem zu den Pollenspezialisten. Diese oligolektischen Arten sind Colletes daviesanus, Heriades crenulatus (spezialisert auf Korbblütler), Melitta leporina (spezialisert auf Schmetterlingsblütler) und Hoplitis adunca (spezialisert auf Natternkopf).

Acht der in 2018 festgestellten Arten konnten 2019 nicht mehr beobachtet werden (Halictus subauratus, Lasioglossum calceatum, Lasioglossum lucidulum, Lasioglossum sexnotatum, Sphecodes monilicornis, Megachile willughbiella, Osmia bicornis und Bombus pratorum).

Die auf der Fläche Hohenzollerndamm nachgewiesenen Wildbienenarten:
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name20182019
Colletes daviesanusBuckel-Seidenbienexx
Hylaeus communisGewöhnliche Maskenbienex
Hylaeus hyalinatusMauer-Maskenbienexx
Hylaeus pictipesGezeichnete Maskenbienex
Hylaeus punctatusGrobpunktierte Maskenbienex
Andrena dorsataRotbeinige Körbchensandbienex
Halictus rubicundusRotbeinige Furchenbienex
Halictus subauratusDichtpunktierte Goldfurchenbienex
Lasioglossum calceatumGewöhnliche Schmalbienex
Lasioglossum laticepsBreitkopf-Schmalbienexx
Lasioglossum lucidulumLeuchtende Schmalbienex
Lasioglossum morioDunkelgrüne Schmalbienexx
Lasioglossum sexnotatumSpargel-Schmalbienex
Lasioglossum sexstrigatumSechsstreifige Schmalbienex
Sphecodes ephippiusGewöhnliche Blutbienex
Sphecodes monilicornisDickkopf-Blutbienex
Heriades crenulatusGekerbte Löcherbienexx
Hoplitis aduncaGewöhnliche Natternkopfbienexx
Megachile rotundataLuzerne-Blattschneiderbienex
Megachile willughbiellaGarten-Blattschneiderbienex
Osmia bicornisRote Mauerbienex
Melitta leporinaLuzerne-Sägehornbienex
Bombus lapidariusSteinhummelxx
Bombus lucorumHelle Erdhummelx
Bombus pascuorumAckerhummelxx
Bombus pratorumWiesenhummelx
Bombus terrestrisDunkle Erdhummelxx
Epeolus variegatusGewöhnliche Filzbienex