Wiesenhummel

Im Hochsommer entdecken viele Menschen plötzlich tote Hummeln im Garten oder auf Wegen. Was auf den ersten Blick besorgniserregend wirkt, gehört bei vielen Hummelarten zum natürlichen Lebenszyklus. Besonders die Wiesenhummel (Bombus pratorum) zählt zu den ersten Arten des Jahres und beendet ihre Volksentwicklung bereits im Sommer.

Kleine Hummel, große Leistung

Die Wiesenhummel (Bombus pratorum) gehört zu den kleineren Hummelarten Deutschlands. Typisch bei den Weibchen sind der gelbe Kragen auf der Brust, ein weiterer gelber Querstreifen am vorderen Teil des Hinterleibs und das orange- bis rotbraune Hinterleibsende. Die Männchen haben ein gelbes Gesicht und wirken durch ihre lange Behaarung besonders pelzig. Die Arbeiterinnen sind häufig dunkler gefärbt als die Königinnen, wodurch die gelben Binden weniger auffallen. Generell können Wiesenhummeln sehr variabel in der Färbung sein. Der gelbe Kragen kann mittig unterbrochen sein, seitlich unterschiedlich tief reichen und auch der weitere gelbe Querstreifen kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

  • Als Generalistin besucht die Wiesenhummel (Bombus pratorum) zahlreiche Blütenarten, darunter Obstgehölze, Klee, Salbei und Flockenblumen. Foto: Conall / Flickr / CC BY 2.0

  • Kennzeichnend sind der gelbe Kragen und das orange- bis rotbraune Hinterleibsende. Die Färbung kann jedoch individuell variieren. Foto: Conall / Flickr / CC BY 2.0

  • Die Männchen haben ein gelbes Gesicht und längere Behaarung. Sie sammeln keinen Pollen, sondern trinken nur Nektar. Foto: Conall / Flickr / CC BY 2.0

  • Als eine der ersten Hummelarten im Jahr zeichnet sich die Wiesenhummel durch einen schnellen Zyklus aus. Die Paarung findet typischerweise ab Juni statt. Foto: gailhampshire / Flickr / CC BY 2.0

    Steckbrief

    Familie

    Apidae

    Körpergröße

    Die Körpergröße der Königin beträgt bis zu 17 Millimeter. Arbeiterinnen sind mit 9 bis 14 Millimetern und Drohnen mit 11 bis 13 Millimeter etwas kleiner.

    Flugzeit

    März – Juli

    Verbreitung

    Die Wiesenhummel ist nahezu in ganz Europa auf allen Höhenstufen verbreitet und häufig anzutreffen. In Südeuropa kommt sie eher in höheren Gebirgslagen vor.

    Sie ist sowohl auf offenen Landschaften wie Wiesen zu finden, als auch in lichten Wäldern und an Waldrändern. Auch im Garten ist die Wiesenhummel eine häufige Art.

    Nistweise

    Die Wiesenhummel nistet häufig in Vogelnestern, Nistkästen, Moospolstern, Grasbüscheln, selten auch in Mäusenestern. Die ersten überwinterten Jungköniginnen erscheinen ab Mitte März und die ersten Arbeiterinnen schlüpfen dann schon ab Anfang April. Die Drohnen (Männchen) folgen und fliegen ab Ende Mai. Die Flugzeit der Wiesenhummel-Völker endet oft schon im Juli, somit deutlich früher als anderen Hummelarten. Während Arbeiterinnen, Drohnen und die alte Königin sterben, sucht sich die neue Generation von begatteten Jungköniginnen einen geschützten Platz zum Überwintern, um im nächsten Frühjahr selbst ein neues Volk zu gründen.

    Ernährung

    Die Wiesenhummel ist bei der Ernährung und Brutversorgung nicht spezialisiert, sie nutzt also den Pollen und Nektar verschiedener Pflanzenfamilien. Sie fliegt unter anderem an verschiedene Obstbäume und -sträucher und trägt wesentlich zu deren Bestäubung bei.

    Kuckucksbienen

    Die parasitische Wald-Kuckuckshummel (Bombus sylvestris) legt ihre Eier unter anderem in die Nester der Wiesenhummel. Die Larven werden von den Arbeiterinnen und Drohnen der Wiesenhummel mit Pollen und Nektar versorgt. Oft kommt es beim Eindringen der Wald-Kuckuckshummel zu einem tödlichen Kampf mit der Wiesenhummel-Königin und die Eier der Wiesenhummel werden zerstört.

    Gefährdung und Schutz

    Die Wiesenhummel gilt derzeit nicht als gefährdet und ist in vielen Regionen häufig. Wie alle Wildbienen stehen sie und ihre Nester in Deutschland unter besonderem Schutz.

    Was können Sie tun?
    Wer die Wiesenhummel im eigenen Garten oder auf dem Balkon fördern möchte, sollte auf eine lange und durchgängige Blühzeit der Pflanzen achten. Frühblüher wie Krokusse (Crocus sp.) und Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) helfen beim Start im Frühjahr, während im Sommer Pflanzen wie verschiedene Kleearten, Natternkopf (Echium vulgare), Flockenblumen (Centaurea sp.) oder blühende Kräuter wie Salbei wichtige Nahrung bieten. Auch seltenes oder gestaffeltes Mähen trägt dazu bei, ein dauerhaftes Blühangebot zu gewährleisten. Obstgehölze sind ebenfalls eine gute Nahrungsressource für die Wiesenhummel. Gleichzeitig sorgt ihre Bestäubungsleistung dafür, dass sich viele Blüten zu Früchten entwickeln und im Herbst eine reiche Obsternte möglich wird.

    © Wildbienen