Gewöhnliche Bindensandbiene
Die Gewöhnliche Sandbiene (Andrena flavipes) ist die häufigste Art der Gattung und kann meist auch im eigenen Garten beobachtet werden. Sie kommt in vielen Lebensräumen vor. Besonderheit: Sie bildet mehrere Generationen in einem Jahr aus und fliegt bis in den Herbst hinein. Die Männchen fliegen oft im Zickzack-Flug dicht über den Boden.
Generalisten auf Zack
Die Gemeine Sandbiene, auch Gewöhnliche Bindensandbiene, erscheint im schlichten Gewand, erdige Töne prägen das Erscheinungsbild des ausgeprägten Generalisten. Ob bei der Wahl des Nistplatzes, der genutzten Pollenquellen oder des bevorzugten Lebensraums: Diese Art zeigt eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit. Gerade deshalb ist sie weit verbreitet und oft schon früh im Jahr in vielen Regionen Deutschlands zu beobachten. Namensgebend ist die Färbung der Sammelhaare der Hinterbeine der Weibchen, wobei „flavus“ goldgelb und „pes“ fuß bedeutet. Als „Gemein“ oder „Gewöhnlich“ wird sie bezeichnet, weil sie zu den häufigsten heimischen Sandbienen zählt. Die markanten hellen Binden auf den Hinterleibsegmenten sind ebenfalls namensgebend. Bei flüchtiger Betrachtung kann man die Biene mit der heimischen Honigbiene (Apis mellifera) verwechseln.
Andrena flavipes gehört zu den wenigen heimischen Bienenarten, die zwei Generationen pro Jahr hervorbringen. Dies wird durch ihre anspruchslose Lebensweise möglich. Die erste Generation fliegt schon sehr früh im Jahr, das macht sie zu einem wichtigen Bestäuber im Frühling.
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Auf den ersten Blick könnte die etwas unscheinbare Gemeine Sandbiene für eine Honigbiene gehalten werden. Foto: F. Rothe
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Die Art zeigt eine bemerkenswerte Anpassungsfäigkeit und ist nicht wählerisch, wenn es um ihren Nistplatz oder die Pollenquelle geht. Foto: F. Rothe
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Die Weibchen sammeln an vielen verschiedenen Pflanzen den Pollen für ihre Brut. Wichtig ist nur, dass das ganze Jahr über ein ausreichendes Blühangebot besteht. Foto: F. Rothe
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Auch im eigenen Garten kann die Art gut gefördert werden. Bei geeigneten Standortbedingungen erscheinen ganze Nistaggregationen bereits früh im Jahr. Foto: F. Rothe
Steckbrief
Familie
Andrenidae
Körpergröße
Weibchen 11 bis 13 Millimeter, Männchen 9 bis 11 Millimeter
Flugzeit
März – September
Verbreitung
Gemeine Sandbienen sind in geeigneten Lebensräumen vom Tiefland bis in subalpine Lagen in Europa weit verbreitet. Sie kommt in ganz Deutschland häufig vor. Die Art besiedelt alle möglichen Lebensräume mit sandigen oder lehmigen Bodenstellen, beispielsweise an Waldrändern, an Dämmen, auf Wiesen, unter Hecken, in Sand- und Kiesgruben, sowie im Siedlungsbereich (Gärten und Parks) oder sandigen Heiden.
Nistweise
Die Weibchen legen ihre Nester in selbst gegrabenen Hohlräumen in der Erde an kahl bis schütter bewachsenen, selten auch auf dicht bewachsenen Flächen an. Die Brutzellen liegen am Ende eines 16 bis 23 Zentimeter langen, gebogenen Ganges. An besonders geeigneten Standorten können Nester in großen Aggregationen auftreten.
Andrena flavipes lebt in zwei Generationen. Die erste ist von März bis Ende Mai oder Anfang Juni und die zweite von Anfang Juli bis in den September hinein.
Ernährung
Die ausgesprochen polylektische Art sammelt ihren Pollen an achtzehn Pflanzenfamilien. Bevorzugt sammeln die Weibchen Pollen an Dolden- Korb-, Kreuzblütlern und Hahnenfußgewächsen.
Kuckucksbienen
Die Gemeine Sandbiene wird von der Wespenbiene Nomada fucata parasitiert.
Gefährdung und Schutz
Die Art ist häufig und gilt derzeit als nicht gefährdet. Sie ist sehr anpassungsfähig, was ihr einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Wildbienenarten verschafft. Dennoch bestehen allgemeine Risiken durch fortschreitende Flächenversiegelung, intensive Landwirtschaft und dem Verlust von Blühpflanzen. Die Art steht wie alle anderen Wildbienen auch unter besonderem Schutz durch das Bundesnaturschutzgesetz.
Was können Sie tun?
Andrena flavipes ist bei ihrem Blütenbesuch nicht besonders wählerisch, was es wiederum einfach macht diese Art zu fördern. Schutzmaßnahmen sollten immer darauf abzielen, eine möglichst strukturreiche Landschaft zu schaffen und zu erhalten, sei es im Offenland oder im privaten Garten. Selbst auf dem Balkon lässt sich für diese Art als Generalistin leicht ein vielfältiges Blütenangebot schaffen, von dem auch viele andere Blütenbesucher profitieren.
Sie können offene Bodenstellen im Garten zulassen (kein vollständiges Mulchen oder Verdichten), ein durchgehendes Blütenangebot heimischer Blühpflanzen schaffen und auf Pestizide verzichten.