Ergebnisse der Wildbienenkartierung 2023

Seit 2019 führt die Deutsche Wildtier Stiftung ein ambitioniertes Projekt zur Förderung der Wildbienen in Berlin durch. Mit der Anlage von Wildblumenwiesen sollen Lebensräume geschaffen werden, die den bedrohten Insekten Nahrung und Unterschlupf bieten.

Blühende Erfolge: Wildbienen auf dem Vormarsch in Berlin

Die jüngsten Ergebnisse der Erfassungstätigkeiten, die auch im Jahr 2023 fortgeführt wurden, zeugen von einem vielversprechenden Erfolg dieser Maßnahmen. Im Zeitraum 2018 – 2022 wurden hauptsächlich Projektflächen im innerstädtischen Raum untersucht. Bei der Untersuchung 2023 wurden vor allem Flächen außerhalb der stark verdichteten Kernzone Berlins, in den äußeren Bezirken, untersucht. Die Erfassung konzentrierte sich auf die Bezirke Marzahn-Hellersdorf (fünf Projektflächen), Neukölln (drei Projektflächen) und Tempelhof-Schöneberg (zwei Projektflächen). Insgesamt wurden dabei zehn Projektflächen untersucht. Diese befanden sich zum Zeitpunkt der Erfassung mindestens im zweiten Jahr nach der Einsaat.

Die Erfassung dieser Flächen, durchgeführt von Dr. Christian Schmid-Egger und Frederik Rothe, brachte erfreuliche Ergebnisse hervor. Insgesamt wurden bei der Untersuchung der zehn Projektflächen 112 Wildbienenarten nachgewiesen werden, nach dem Vorjahr mit 114 Arten ist das das zweithöchste Ergebnis der bisherigen Untersuchungen. 13 der erfassten Arten wurden zum ersten Mal auf unseren Projektflächen vorgefunden, womit die Gesamtzahl der nachgewiesenen Arten auf insgesamt 170 steigt. Damit konnten rund 70 Prozent der aktuell in Berlin nachgewiesenen Wildbienenarten auch auf unseren Projektflächen nachgewiesen werden.

Hervorzuheben sind die Funde der beiden seltenen, schneckenhausbewohnenden Mauerbienenarten Osmia spinulosa und O. bicolor, sowie die auf reich strukturiertes Grünland angewiesene und mittlerweile sehr selten gewordenen Witwenblumen-Sandbiene Andrena hattorfiana. Diese Arten sind typische Bewohner der Stadtrandlage. Ebenso bemerkenswert ist der Fund der Graubiene Rhophitoides canus, ein sehr seltener Luzernespezialist, der nur in großflächigen offenen Brachflächen und artenreichen Wiesen vorzufinden ist.



Die Ergebnisse der Untersuchung belegen, dass die Wildblumenwiesen sowohl im innerstädtischen Bereich als auch in der Stadtrandlage von Wildbienen gleichermaßen genutzt werden. Besonders erfreulich ist das Vorkommen von Arten, die auf großflächige und artenreiche Wiesen angewiesen sind, die im innerstädtischen Raum kaum vorhanden sind. Dies unterstreicht die Bedeutung der geschaffenen Lebensräume für die Förderung der Artenvielfalt und den Schutz bedrohter Insekten.

© Wildbienen