Citizen Science

Um die biologische Vielfalt in unserer Umwelt besser zu verstehen und langfristig zu schützen, setzen wir zunehmend auf Citizen Science – also die aktive Beteiligung interessierter Bürgerinnen und Bürger an wissenschaftlichen Projekten.

Gemeinsam Berlin erkunden

Der Schutz biologischer Vielfalt beginnt mit Wissen. Doch um Veränderungen in der Natur besser zu verstehen, braucht es möglichst viele Beobachtungen aus möglichst vielen Regionen. Deshalb setzen wir verstärkt auf Citizen Science , also die aktive Beteiligung von Menschen an wissenschaftlichen Projekten. Ob im eigenen Garten, auf einer Projektfläche oder bei gezielten Monitoringprogrammen: Jede Beobachtung hilft dabei, Arten besser zu erfassen, Veränderungen sichtbar zu machen und wissenschaftliche Erkenntnisse für den Naturschutz zu gewinnen.

Ab sofort gibt es im Rahmen unserer Projekte gleich zwei Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden: Beobachten und dokumentieren Sie Wildbienen und andere Arten auf unseren Berliner Projektflächen über iNaturalist oder beteiligen Sie sich künftig an unserem neuen Projekt HuMI – Hummel Monitoring und Information, das derzeit in Berlin und Brandenburg aufgebaut wird. Gemeinsam schaffen wir so wertvolle Daten für Forschung und Naturschutz und lernen dabei unsere heimische Artenvielfalt besser kennen.

Arten beobachten mit iNaturalist

Seit 2018 legen wir in ganz Berlin Wildblumenwiesen auf öffentlichen Grün- und Freiflächen an, um Lebensräume für bestäubende Insekten zu schaffen. Mittlerweile sind rund 100 Projektflächen in allen Bezirken entstanden. Um besser zu verstehen, welche Arten profitieren und wie sich die urbanen Lebensräume entwickeln, führen wir zwischen März und Oktober monatliche Wildbienen- und Vegetationskartierungen auf ausgewählten Flächen durch.

Da Beobachtungen das ganze Jahr über möglich sind, können auch interessierte Bürgerinnen und Bürger selbst Teil dieser Datensammlung werden. Über die App und Plattform iNaturalist laden wir dazu ein, Pflanzen, Wildbienen und andere Tiere auf unseren Projektflächen zu dokumentieren und so aktiv zur Erfassung der Berliner Stadtnatur beizutragen. Jede Beobachtung hilft, Artenvielfalt sichtbar zu machen und wissenschaftliche Daten für den Naturschutz zu sammeln.

So funktioniert es

  • kostenlose Registrierung bei iNaturalist

  • Beobachtungen per Smartphone fotografieren

  • Fotos hochladen

  • automatische oder gemeinschaftliche Artbestimmung nutzen

  • Beobachtungen fließen direkt in unsere Projektdaten ein

Eine sichere Artbestimmung ist dabei nicht notwendig – oft hilft die internationale Community bei der Identifikation. Wichtig ist lediglich, dass sich die Beobachtung innerhalb einer unserer Projektflächen befindet. Hier werden sie automatisch dem Projekt "Berlin blüht auf" zugeteilt.

  • Auf der Blühfläche am Hohenzollerndamm wurden bisher die meisten Beobachtungen gesammelt. Foto: T. Bluth

  • Nachtfalterbeobachtung mit einer Lichtfalle bei der Blühfläche in der Schönholzer Heide (Pankow). Foto: J. Michalski

  • Pflanzen und Insekten entdecken bei der Blühfläche der Freien Universität Berlin. Foto: J. Michalski

  • Diese Büffelzikade beweist, dass neben Wildbienen zahlreiche weitere spannende Tiere auf den urbanen Blühflächen zu finden sein können. Foto: A: Proske

    Bald startet HuMI – Hummel Monitoring und Information

    Hummeln gehören zu den wichtigsten Bestäubern unserer Ökosysteme. Gleichzeitig fehlen bislang langfristige Daten darüber, wie sich ihre Bestände in Deutschland entwickeln. Mit HuMI (Hummel Monitoring und Information) entsteht derzeit ein neues bundesweites Monitoringprogramm, das erstmals den Zustand heimischer Hummelpopulationen systematisch erfassen soll. Im Rahmen eines Citizen-Science-basierten Monitorings werden Freiwillige künftig selbst Daten entlang standardisierter Transekten erheben und damit einen direkten Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung leisten. Begleitend entstehen Schulungsangebote, Bildungsformate und Möglichkeiten, sich langfristig als Teil einer wachsenden Community für den Schutz wildlebender Bestäuber zu engagieren.

    Der offizielle Projektstart erfolgt in der zweiten Jahreshälfte 2026 – weitere Informationen folgen in Kürze.

    © Wildbienen