Warum wir blühende Haltestellen brauchen
Insekten – insbesondere Wildbienen – sind entscheidend für unsere Ökosysteme. Doch ihre Lebensräume verschwinden zunehmend. Auch in Städten bestehen viele Grünflächen aus artenarmen Rasenflächen ohne Nahrungs- oder Nistmöglichkeiten.
Gleichzeitig bieten Städte großes Potenzial für Biodiversität: Straßenbegleitgrün, Haltestellenumfelder und andere kleine Flächen können wichtige Trittsteine im Biotopverbund sein.
Die Maßnahmen umfassen:
Einsaat regionaler Wildblumen
Pflanzung heimischer Stauden
Nistmöglichkeiten für Wildbienen
naturnahe langfristige Pflege
Wie erfolgreich sind die „Blühenden Haltestellen“ für die Biodiversität?
Das wird durch regelmäßige wissenschaftliche Kartierungen überprüft. Dabei werden die Flächen während der Flugsaison mehrfach von Fachleuten begangen und die vorkommenden Wildbienen und Wespen systematisch erfasst und bestimmt.
Die Ergebnisse zeigen eine bemerkenswerte Artenvielfalt. Damit leisten selbst kleine innerstädtische Flächen einen messbaren Beitrag zum Schutz von Bestäubern und zum Biotopverbund in Hamburg.
Ergebnisse:
198 Bienen- und Wespenarten nachgewiesen
Damit erreichen die Projektflächen rund 26 % der gesamten Hamburger Stechimmenfauna.
Selbst kleine Flächen können also große Wirkung entfalten. Hier geht es zum Bericht.
Unsere Blühflächen in Hamburg
Die interaktive Karte bietet einen Überblick über unsere Projektflächen und Informationsangebote.
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Maukestieg
Standort: Haltestelle Billstedt, Hamburg
Anlage der Fläche: April 2021
Flächengröße: ca. 600 m² (Teil einer rund 2.000 m² großen Grünfläche)Im Umfeld der Haltestelle Billstedt wurde 2021 ein Teil der bestehenden Grünfläche in eine artenreiche Blühfläche für Wildbienen und andere Insekten umgestaltet. Nach dem Umbruch der Grasnarbe wurde die Fläche mit regional zertifiziertem Wildblumensaatgut eingesät. Ergänzend wurden rund 450 heimische Stauden gepflanzt, darunter Margeriten, Lichtnelken und Seifenkraut, um bereits im ersten Jahr einen sichtbaren Blühaspekt zu erreichen.
Die Blühfläche ist durch Holzpflöcke und Kokostau abgegrenzt und wird durch eine Informationstafel erläutert. Die Pflege erfolgt naturnah: Einmal jährlich wird die Fläche abschnittsweise gemäht, das Mahdgut wird anschließend entfernt. Dadurch bleibt der Boden nährstoffarm und fördert eine vielfältige Wildblumenvegetation.
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Burgstraße
Standort: Haltestelle Burgstraße, Hamburg
Anlage der Fläche: November 2020
Flächengröße: ca. 500 m²Im Umfeld der Haltestelle Burgstraße wurden zwei Teilflächen ökologisch aufgewertet. Auf der kleineren östlichen Fläche wurde die bestehende Vegetation entfernt und durch heimische, mehrjährige Stauden ersetzt. Ein Findling sowie Pflöcke mit Sisaltau markieren die Fläche und schützen sie vor Betreten.
Auf der größeren Fläche wurde eine bestehende Gebüschgruppe ausgelichtet und der Boden vorbereitet. Anschließend wurde regional zertifiziertes Wildblumensaatgut eingesät. Ergänzend wurden rund 350 heimische Stauden gepflanzt, darunter auch Frühblüher wie Blaustern, um bereits im ersten Jahr einen sichtbaren Blühaspekt zu schaffen.
Eine Informationstafel erklärt Passantinnen und Passanten die Bedeutung der Fläche für Wildbienen und andere Insekten. Die Pflege erfolgt naturnah: Einmal jährlich wird die Fläche abschnittsweise gemäht und das Mahdgut entfernt, um die Entwicklung einer artenreichen Wildblumenvegetation zu fördern.
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Sternschanze
Standort: Haltestelle Sternschanze, Hamburg
Flächengröße: ca. 1.000 m²
Anlage der Fläche: 2020Im Umfeld der Haltestelle Sternschanze wurden mehrere Flächen zwischen Gehweg und S-Bahn-Gelände zu Blühflächen für Wildbienen und andere Insekten umgestaltet. Nach der Entfernung der bestehenden Vegetation wurde der Boden vorbereitet und mit heimischen Wildstauden sowie regional zertifiziertem Wildblumensaatgut bepflanzt. Zusätzlich wurden im bewaldeten Bereich mehrere kleinere Wildstauden-Inseln angelegt. In den Jahren 2022 und 2023 wurden insgesamt rund 3.000 Frühblüher ergänzt.
Informationstafeln vor Ort erläutern Passantinnen und Passanten die Bedeutung der Flächen für die biologische Vielfalt. Die Pflege erfolgte zunächst durch einen Fachbetrieb und wird seit 2022 von einer ehrenamtlichen Pflegegruppe unter fachlicher Anleitung übernommen.
Trotz der stark frequentierten Lage haben sich die Flächen zu wertvollen Lebensräumen für Insekten entwickelt und zeigen, welches Potenzial auch innerstädtische Standorte für Biodiversität bieten.
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Langenhorn Nord
Standort: Haltestelle Langenhorn Nord, Hamburg
Flächengröße: ca. 290 m²
Anlage der Fläche: Herbst 2024Die Blühfläche an der Haltestelle Langenhorn Nord entstand als neuer Standort für eine ursprünglich an den Landungsbrücken geplante Wildbienenfläche. Aufgrund der hohen Besucherfrequenz wurde in Abstimmung mit dem Hamburger Verkehrsverbund (hvv) ein geeigneterer Standort gewählt.
Mit Unterstützung von Spenden wurde die zuvor kurz gemähte Grünfläche in einen vielfältigen Lebensraum für Wildbienen umgestaltet. Dafür wurde eine regional zertifizierte, mehrjährige Wildblumenmischung eingesät, die über die gesamte Flugsaison hinweg Nahrungsangebote für verschiedene Wildbienenarten bietet.
Die Deutsche Wildtier Stiftung hat für die Fläche eine unbefristete Grünpatenschaft übernommen und sorgt langfristig für Pflege und Entwicklung der Blühwiese. Zwei Informationstafeln vor Ort informieren Passantinnen und Passanten über die Bedeutung von Wildbienen und die Rolle blütenreicher Flächen für die Biodiversität in der Stadt.
Durch ihre Lage zwischen Parkflächen, Kleingärten und größeren Grünanlagen fungiert die Fläche zudem als wichtiger Trittstein im urbanen Biotopverbund für bestäubende Insekten.
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Neugraben
Standort: Haltestelle Neugraben, Hamburg
Flächengröße: ca. 600 m²
Anlage der Fläche: 2024Im Umfeld der Haltestelle Neugraben wurde eine zuvor artenarme Grünfläche zu einer Blühfläche für Wildbienen und andere Insekten umgestaltet. Nach der Vorbereitung des Bodens wurde regional zertifiziertes Wildblumensaatgut eingesät und durch heimische Stauden ergänzt. Ziel ist es, über die gesamte Flugsaison hinweg ein vielfältiges Nahrungsangebot für bestäubende Insekten zu schaffen.
Ergänzend wurden strukturreiche Bereiche angelegt, die Nist- und Rückzugsmöglichkeiten für Wildbienen bieten. Informationstafeln vor Ort informieren Passantinnen und Passanten über die Bedeutung von Blühflächen für Biodiversität und Bestäuberschutz.
Die Fläche wird naturnah gepflegt und regelmäßig kontrolliert. Als Teil des Projekts „Blühende Haltestellen“ trägt sie dazu bei, Haltestellenumfelder als wertvolle Lebensräume und Trittsteine im urbanen Biotopverbund für Insekten zu entwickeln.
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Oldenfelde
Standort: Haltestelle Oldenfelde, Hamburg
Flächengröße: ca. 225 m²
Anlage der Fläche: 2025Im Umfeld der Haltestelle Oldenfelde wurde eine zuvor artenarme Grünfläche zu einer Blühfläche für Wildbienen und andere Insekten umgestaltet. Nach der Vorbereitung des Bodens wurde regional zertifiziertes Wildblumensaatgut eingesät und die Fläche durch heimische Stauden ergänzt. Ziel der Maßnahme ist es, über die gesamte Vegetationsperiode hinweg ein vielfältiges Nahrungsangebot für bestäubende Insekten bereitzustellen.
Ergänzend wurden strukturreiche Bereiche geschaffen, die Nist- und Rückzugsmöglichkeiten für Wildbienen bieten. Informationstafeln vor Ort erläutern Passantinnen und Passanten die Bedeutung der Blühflächen für Biodiversität und Bestäuberschutz.
Die Fläche wird naturnah gepflegt und regelmäßig kontrolliert. Durch ihre Lage im Haltestellenumfeld trägt sie dazu bei, kleine innerstädtische Grünflächen als wichtige Trittsteine im Biotopverbund für Insekten zu entwickeln.
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Mittlerer Landweg
Standort: Haltestelle Mittlerer Landweg, Hamburg
Flächengröße: ca. 200 m²
Anlage der Fläche: 2022Die Blühfläche am Mittleren Landweg entstand aus einer Initiative des Stadtteilbeirats im RISE-Gebiet Mittlerer Landweg. Gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung, dem hvv, der Loki Schmidt Stiftung (Boberger Dünenhaus) und der Lawaetz-Stiftung wurde die Fläche ökologisch aufgewertet.
Zur Vorbereitung wurden die Grassoden entfernt und der Boden durch das Einbringen von Sand abgemagert, um optimale Bedingungen für Wildblumen zu schaffen. Anschließend wurde regionales Wildblumensaatgut ausgesät und die Fläche mit Frühblühern ergänzt. Die Aussaat sowie weitere Pflanzaktionen wurden gemeinsam mit Jugendlichen durchgeführt.
Die Pflege übernimmt das Boberger Dünenhaus der Loki Schmidt Stiftung, unterstützt durch Junior-Naturbotschafter:innen. Neben der naturnahen Pflege werden auch Beobachtungen zur Entwicklung der Pflanzen- und Insektenwelt durchgeführt. Die Fläche hat sich schnell zu einer artenreichen Wildblumenwiese entwickelt und wird besonders in den Frühjahrs- und Sommermonaten von zahlreichen Insekten besucht.
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Hagenbecks Tierpark
Standort: Haltestelle Hagenbecks Tierpark, Hamburg
Flächengröße: ca. 115 m²
Anlage der Fläche: 2021Die Blühfläche an der Haltestelle Hagenbecks Tierpark entstand auf Initiative eines engagierten Bürgers aus der Zukunftswerkstatt Lokstedt. Mit Unterstützung der Deutschen Wildtier Stiftung und des hvv wurde die Fläche ökologisch aufgewertet. Der Bezirk Eimsbüttel bereitete den Standort vor, entfernte Gehölze und verbesserte den Boden unter anderem durch das Aufbringen von Sand.
Insgesamt wurden 106 heimische Wildstauden gepflanzt. Ergänzend wurden Strukturelemente wie ein Holzstamm mit Bohrlöchern als Nistmöglichkeit für Wildbienen integriert. Informationstafeln vor Ort erläutern das Projekt und seine Ziele.
Die Pflege erfolgt durch eine engagierte Pflegegruppe aus dem Stadtteil, die sich regelmäßig von März bis Oktober trifft. Trotz Herausforderungen wie Müll oder gelegentlichem Betreten der Fläche hat sich die Blühfläche sehr gut entwickelt und bietet inzwischen wertvolle Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten.
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Schlump
Standort: Haltestelle Schlump, Hamburg
Flächengröße: ca. 120 m²
Anlage der Fläche: 2020Die Blühfläche an der Haltestelle Schlump wurde gemeinsam mit dem Netzwerk Buntes Band Eimsbüttel angelegt, das die Fläche bereits zuvor als Patenschaft betreute. Mit Unterstützung der Deutschen Wildtier Stiftung und des hvv wurde die Fläche 2020 ökologisch aufgewertet. Dafür wurde die Grasnarbe entfernt, der Boden durch das Einbringen von Sand abgemagert und mit heimischen Wildstauden bepflanzt. Insgesamt wurden 15 Stauden ergänzt.
Eine Informationstafel am Gehweg informiert Passantinnen und Passanten über die Bedeutung der Fläche für Wildbienen und andere Insekten. Die Pflege erfolgt durch engagierte Ehrenamtliche des Netzwerks Buntes Band Eimsbüttel.
Die Fläche entwickelte sich schnell zu einer artenreichen Blühfläche und blühte bereits im Folgejahr sehr prächtig. Besonders auffällig sind unter anderem hohe Königskerzen. Trotz der stark frequentierten Lage konnten zahlreiche Wildbienen beobachtet werden, was die Bedeutung kleiner urbaner Flächen als Lebensraum für Insekten unterstreicht.
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Bergedorf
Standort: S-Bahn Haltestelle Bergedorf, Hamburg
Flächengröße: ca. 120 m²
Anlage der Fläche: Herbst 2025Dank der Unterstützung der Adalbert Zajadacz Stiftung konnte im Herbst 2025 eine weitere Blühfläche im Umfeld des S-Bahnhofs Bergedorf angelegt werden. Die zuvor intensiv gepflegte Rasenfläche mit geringem ökologischem Wert liegt an einem stark frequentierten Zugang zum Bahnhof und in unmittelbarer Nähe der Agentur für Arbeit.
Für die Umgestaltung wurde zunächst die vorhandene Grasnarbe entfernt und der Boden teilweise ausgekoffert und mit neuem, nährstoffärmerem Substrat aufgefüllt. Dadurch entstehen bessere Bedingungen für eine artenreiche Wildblumenvegetation. Anschließend wurde die Fläche mit zertifiziertem, gebietsheimischem Wildblumensaatgut eingesät und durch Initialpflanzungen heimischer Wildstauden ergänzt. Die Pflanzen bieten über einen langen Zeitraum Nektar und Pollen und schaffen so ein vielfältiges Nahrungsangebot für Wildbienen und andere bestäubende Insekten.
Die Blühfläche ist mit Holzpfählen und Hempexseil abgegrenzt. Eine Informationstafel wird künftig über die Bedeutung von Wildbienen und blütenreichen Lebensräumen informieren. Ab dem Frühjahr 2026 werden die ersten Pflanzen blühen.
Die Deutsche Wildtier Stiftung hat für die Fläche eine Grünpatenschaft übernommen und kümmert sich langfristig um Pflege und Entwicklung der Wildblumenwiese.
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Raues Haus
Standort: Haltestelle Rauhes Haus, Hamburg
Flächengröße: ca. 200 m²
Anlage der Fläche: Frühjahr 2026Im Umfeld der Haltestelle Rauhes Haus wird im Frühjahr 2026 eine bislang artenarme Grünfläche in eine blütenreiche Wildblumenwiese für Wildbienen und andere bestäubende Insekten umgestaltet. Ziel ist es, das Nahrungsangebot für Bestäuber in der Stadt zu verbessern und neue Lebensräume im urbanen Raum zu schaffen.
Zur Vorbereitung der Fläche wird die vorhandene Grasnarbe entfernt und der Boden für die Einsaat vorbereitet. Anschließend wird regional zertifiziertes, gebietsheimisches Wildblumensaatgut ausgebracht und durch Initialpflanzungen heimischer Stauden ergänzt. Die ausgewählten Pflanzen bieten über einen langen Zeitraum hinweg Nektar und Pollen und unterstützen damit verschiedene Wildbienenarten während der gesamten Flugsaison.
Die Blühfläche wird durch Holzpfähle und Seil vom Gehweg abgegrenzt. Eine Informationstafel vor Ort informiert Passantinnen und Passanten über die Bedeutung von Wildbienen und blütenreichen Lebensräumen. Die Deutsche Wildtier Stiftung übernimmt die langfristige Pflege der Fläche und sorgt für ihre naturnahe Entwicklung.
Wie Sie das Projekt unterstützen können
Patenschaft übernehmen - Unterstützen Sie eine Blühfläche in Ihrem Stadtteil.
Mitpflegen - Engagieren Sie sich bei Pflegeeinsätzen.
Fläche vorschlagen - Sie kennen eine geeignete Fläche?
Spenden - Das Projekt wird überwiegend aus Spenden finanziert.