Im Umfeld von vier repräsentativen Haltestellen des Hamburger Verkehrsverbunds (U-Bahnhof Burgstraße, U- und S-Bahn-Station Ohlsdorf, U-Bahnhof Schlump sowie die U- und S-Bahn-Haltestelle Sternschanze) sollen für Insekten Nahrungs- und Nistangebote geschaffen werden. Diese Flächen können Wildbienen als „Trittstein“ auf dem Weg zu weiteren Nahrungsflächen dienen und leisten einen Beitrag zum Biotopverbund.

Das gemeinsame Pilotprojekt wird über drei Jahre von der Deutschen Wildtier Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Verkehrsverbund durchgeführt und finanziert.

HALTESTELLENUMFELDER ALS LEBENSRAUM FÜR WILDBIENEN

Haltestellenumfelder sind wichtige städtische Räume, die sowohl durch Funktionalität als auch ansprechende Gestaltung zu einer Visitenkarte für den ÖPNV und die Stadtteile werden können. Das Haltestellenumfeld erhält zunehmende Bedeutung als Ort für vernetzte Mobilität: es ist Knotenpunkt unterschiedlicher Verkehrsmittel, Wartebereich und zentraler Treffpunkt für ÖNPV-Nutzer und Passanten. Eine Aufgabe der Haltestellenumfeld-Koordination des Hamburger Verkehrsverbunds ist die Verbesserung der Gestaltung von Haltestellen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität. Dabei spielen bisher kaum  beachtete Grünflächen eine zentrale Rolle. Die gemeinsame Idee von HVV und Deutscher Wildtier Stiftung, diese oft unansehnlichen Flächen in artenreichen Blühflächen zu verwandeln, kann Haltestellenumfelder sowohl ästhetisch als auch ökologisch deutlich aufwerten. Über einen Zeitraum von drei Jahren will man an vier Schnellbahnhaltestellen (Burgstraße, Ohlsdorf, Schlump und Sternschanze) Erfahrungen sammeln, ob sich das Vorgehen in diesen Begleitgrünflächen für eine Fortsetzung an weiteren Haltestellen in Hamburg eignet.

MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG VON WILDBIENEN

Ziel ist es, praxistaugliche Maßnahmen zur Aufwertung urbaner Grünflächen umzusetzen und damit beispielhaft zu zeigen wie schön Artenschutz in Hamburg aussehen kann. Das Konzept berücksichtigt hierbei auch spezielle innerstädtische Einflüsse, wie z.B. Versalzung, denen insbesondere die Verkehrsflächen ausgesetzt sind. Grundsätzlich gilt die Maßgabe, gebietsheimische und standörtlich angepasste Pflanzenarten zu verwenden, die nachweislich von Wildbienen gut als Futterpflanzen angenommen werden. Die Maßnahmen werden unter Berücksichtigung der Bestandssituation (Vegetation, Nutzung, Standortbedingungen etc.) individuell für jede Fläche konzipiert.

Die Grünflächen in Haltestellenumfeldern bieten ein hohes Aufwertungspotential und lassen sich mit zahlreichen Maßnahmen für bestäubende Insekten, hier sind vor allem die Wildbienen im Fokus, aufwerten. Dabei lassen sich die Maßnahmen in zwei Bereiche unterteilen:

  1. Förderung des Blütenangebotes
  2. Förderung der Nistmöglichkeiten.

Die Maßnahmen zur Förderung des Blütenangebotes unterscheiden sich von Ort zu Ort. Insbesondere die Lage und die Größe der Fläche wurden bei der Planung beachtet. Sonnige Flächen, wie die östliche Seite der Fläche an der Sternschanze, eignen sich besonders gut für das Anlegen von artenreichen Blühwiesen. Die verschiedenen Wildpflanzen blühen zu unterschiedliche Zeiten im Jahr. Damit finden Wildbienen über einen langen Zeitraum Nahrung und die Fläche bietet dem Betrachter vom Frühjahr bis in den Herbst einen farbenfrohen Anblick. Blühflächen müssen nur einmal jährlich gemäht werden und sind damit sehr einfach und kostengünstig zu pflegen. Wildstauden sind generell sehr robust und können bereits nach einem Jahr ein üppiges Blütenangebot entwickeln. In schattigen Bereichen, wie unter dem Baumbestand an der Sternschanze, wurden schattenverträgliche und trotzdem insektenfreundliche Stauden ausgewählt.

Bei der Förderung von Nistmöglichkeiten eignet sich an öffentlichen Bereichen das Aufstellen einer großen Wildbienennisthilfe sowie natürlichen Niststrukturen. Kombiniert mit einer Infotafel, wird dieses Modul zu einem informativen Publikumsmagnet.