Der Ruhwaldpark ist die größte Maßnahmenfläche und umfasst ca. 25.000 Quadratmeter. Die Fläche erweist sich größtenteils als sehr blütenreich und wird bereits von zahlreichen Wildbienenarten genutzt. Um die Flächen weiter aufzuwerten und die wertvollen Trockenrasen zu erhalten, soll der zunehmende Gehölzaufwuchs teilweise zurückgedrängt werden. Die Fläche soll durch eine angepasste Pflege gesichert werden. Weiterhin ist es geplant artenreiche, südexponierte Blütensäume anzulegen, um das Blühangebot zu erweitern. Das Blühangebot der restlichen Fläche soll durch eine partielle Aussaat ausgewählter Trockenrasenarten erhöht werden. Zusätzlich ist es geplant künstliche Nisthilfen mit Informationen über das Projekt und die Bedeutung der Wildbienen aufzustellen.

Ergebnisse der wissenschaftlichen Begehung:

Die Projektfläche im Park Ruhwald weist nur stellenweise und meist in Randlage einen höheren Anteil an blühenden Kräutern und Stauden auf. Einige für Wildbienen wichtige Nahrungspflanzen, die auf keiner anderen Projektfläche gefunden wurden, sind Campanula rotundifolia, Hieracium pilosella und Salvia pratensis. Insgesamt wurden 14 bedeutende Nektar- und Pollenquellen festgestellt. Vom Blütenangebot und auch von den ungestörten Nisthabitaten auf der Wiese und an den Gehölzrändern profitieren einige Wildbienenarten. Mit 21 Arten ist die untersuchte Wiese die Projektfläche mit der zweithöchsten Artenzahl. Die Nachweishäufigkeit reicht dabei von „selten“ (13 Arten), „zerstreut“ (drei Arten) bis „verbreitet“ (fünf Arten).

Arten der regionalen oder überregionalen Roten Listen sind gar nicht vertreten. Es konnten aber vier anspruchsvolle Arten aus der Gruppe der Nahrungsspezialisten nachgewiesen werden. Diese oligolektischen Arten sind Colletes similis (spezialisiert auf Korbblütler), Chelostoma campanularum (spezialisiert auf Glockenblumen), Hoplitis adunca spezialisiert auf Natternkopf) und Megachile ericetorum (spezialisiert auf Schmetterlingsblütler).

Fazit: Aufgrund der ruhigen Lage und der Größe der Projektfläche könnten hier deutlich mehr als 21 Wildbienenarten vorkommen. Sicherlich sind noch einzelne Frühjahrsarten vertreten, die aufgrund des späten Untersuchungsbeginns nicht mehr nachzuweisen waren. Andererseits ist die Wiese insgesamt recht blütenarm.

Die auf der Projektfläche Ruhwaldpark nachgewiesenen Wildbienenarten.
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Colletes similis Rainfarn-Seidenbiene
Hylaeus communisGewöhnliche Maskenbiene
Hylaeus dilatatusRundfleck-Maskenbiene
Hylaeus hyalinatusMauer-Maskenbiene
Andrena flavipesGewöhnliche Bindensandbiene
Halictus subauratusDichtpunktierte Goldfurchenbiene
Lasioglossum calceatumGewöhnliche Schmalbiene
Lasioglossum lucidulumLeuchtende Schmalbiene
Sphecodes albilabrisRiesen-Blutbiene
Sphecodes longulusLängliche Blutbiene
Anthidium manicatumGarten-Wollbiene
Chelostoma campanularumKurzfransige Scherenbiene
Hoplitis aduncaGewöhnliche Natternkopfbiene
Megachile ericetorumPlatterbsen-Mörtelbiene
Megachile willughbiellaGarten-Blattschneiderbiene
Osmia bicornisRote Mauerbiene
Bombus lapidariusSteinhummel
Bombus pascuorumAckerhummel
Bombus sylvarumBunte Hummel
Bombus terrestrisDunkle Erdhummel
Epeolus variegatusGewöhnliche Filzbiene