Dunkelgrüne Schmalbiene

Die Dunkelgrüne Schmalbiene (Lasioglossum morio) ist mit ihrem metallisch grün schimmernden Körper ein echter Hingucker. Doch nicht nur ihr Aussehen ist besonders: Die kleine Art zeichnet sich auch durch ihre soziale Lebensweise und ihre große Anpassungsfähigkeit aus.

Metallisch glänzend und vielseitig

Mit einer Körperlänge von etwa sechs bis sieben Millimetern ist die Dunkelgrüne Schmalbiene leicht zu übersehen. Ihr Kopf und Brustteil schimmern metallisch grün bis bronzefarben, während der Hinterleib überwiegend dunkel gefärbt ist und ebenfalls einen metallischen Glanz aufweisen kann. Von anderen grünlich schimmernden Schmalbienen lässt sich die Art im Freiland kaum unterscheiden.

Die Art ist in Deutschland weit verbreitet und besiedelt ganz unterschiedliche Lebensräume. Neben sonnigen Offenlandbiotopen kommt sie auch in Gärten, Parks und anderen städtischen Grünflächen vor. Besonders anpassungsfähig zeigt sie sich bei der Wahl ihrer Nistplätze: Die Weibchen nutzen sowohl selbst gegrabene Nester im Boden als auch Lehmwände oder den weichen Mörtel alter Gebäude zur Eiablage.

Bemerkenswert ist außerdem ihre soziale Lebensweise. Während die meisten heimischen Wildbienen einzeln für ihren Nachwuchs sorgen, lebt die Dunkelgrüne Schmalbiene primitiv eusozial. Das bedeutet, dass sich innerhalb eines Nestes eine einfache Arbeitsteilung zwischen fortpflanzenden Weibchen und Arbeiterinnen entwickeln kann.

  • Die Dunkelgrüne Schmalbiene (Lasioglossum morio) mit ihrem grün metallischen Kopf und Thorax. Foto: Alexis Tinker-Tsavalas / iNaturalist / CC BY 4.0, Titelfoto: Matvey Kalachev / iNaturalist / CC BY 4.0

  • Gelbe Blütenpollen verteilt über den haarigen Körper der Schmalbienen-Art. Foto: Johan Leurelle / Flickr

  • Eine kleine Dunkelgrüne Schmalbiene (Lasioglossum morio) und eine Zottelbiene (Panurgus sp.) beim Pollensammeln an einem gelben Korbblütler. Foto: Rafael Carbonell Font / iNaturalist / CC BY 4.0

    Steckbrief

    Familie

    Halictidae

    Körpergröße

    6 bis 7 Millimeter

    Flugzeit

    März – Oktober

    Verbreitung

    Die Dunkelgrüne Schmalbiene ist in ganz Deutschland verbreitet und häufig anzutreffen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel über weite Teile Europas bis zum Ural und Kaukasus. Auch in Nordafrika kommt sie vor.

    Bei der Wahl ihres Lebensraums ist die Art wenig spezialisiert. Sie besiedelt verschiedene offene und halboffene Lebensräume und ist als Kulturfolger auch in Siedlungsgebieten zu finden. Dazu zählen beispielsweise Gärten, Parks sowie Straßen- und Wegböschungen.

    Nistweise

    Die Dunkelgrüne Schmalbiene legt ihre Nester überwiegend in selbst gegrabenen Gängen im Boden an. Dabei nutzen die Weibchen häufig offene oder nur spärlich bewachsene Stellen, beispielsweise an Böschungen. Auch Lehmwände und der weiche Mörtel alter Fachwerkgebäude können als Nistplätze dienen. An geeigneten Standorten nisten mitunter zahlreiche Weibchen dicht beieinander.

    Die Art lebt primitiv eusozial. Dabei besteht eine einfache Arbeitsteilung zwischen fortpflanzenden Weibchen und Arbeiterinnen, die sich an der Versorgung des Nachwuchses beteiligen. Anders als bei der Honigbiene sind diese Gruppen äußerlich nicht deutlich voneinander zu unterscheiden.

    Ernährung

    Die Dunkelgrüne Schmalbiene ist polylektisch und sammelt Pollen an Pflanzen unterschiedlicher Familien. Dazu gehören unter anderem Korbblütler (Asteraceae), Kreuzblütler (Brassicaceae), Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und Rosengewächse (Rosaceae).
    Bei der Nahrungssuche besucht sie beispielsweise Weiden (Salix spp.), Löwenzahn (Taraxacum spp.), Kriechenden Hahnenfuß (Ranunculus repens) und Wilde Möhre (Daucus carota). Durch ihr breites Nahrungsspektrum ist sie nicht auf eine bestimmte Pflanzenart angewiesen.

    Kuckucksbienen

    Zu den Brutparasiten der Dunkelgrünen Schmalbiene gehört die Blutbiene Sphecodes niger. Sie legt ihre Eier in die Brutzellen der Wirtsbiene. Ihre Larven entwickeln sich dort auf Kosten des Wirtsnachwuchses und ernähren sich von den angelegten Pollenvorräten.

    Gefährdung und Schutz

    Die Dunkelgrüne Schmalbiene gilt in Deutschland derzeit als ungefährdet. Wie alle heimischen Wildbienen ist sie jedoch nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.

    Was können Sie tun?
    Mit einem vielfältigen Angebot heimischer Blütenpflanzen kann die Dunkelgrüne Schmalbiene auch im eigenen Garten unterstützt werden. Besonders wichtig ist ein möglichst durchgehendes Nahrungsangebot während ihrer langen Flugzeit, wie beispielsweise früh blühende Weiden, Wilde Möhre im Hochsommer und Löwenzahn bis in den Oktober hinein.

    Da die Dunkelgrüne Schmalbiene überwiegend im Boden nistet, sollten außerdem sonnige, offene oder nur spärlich bewachsene Bodenstellen vorhanden sein. Die Nistplätze sollten zudem möglichst ungestört bleiben. Auch der Verzicht auf Pestizide trägt dazu bei, geeignete Lebensräume für die Art und andere Wildbienen zu bewahren.

    © Wildbienen