Den Balkon oder Garten verschönern – mit Nahrungspflanzen für Wildbienen!

Umsteigen unnötig! – Wildbienen haben ein neues Zuhause an der Haltestelle Schlump

Gelbbindige Furchenbiene

Polierte Schmalbiene

Gewöhnliche Sandbiene

Fuchsrote Sandbiene

Gründächer und Wildbienen

Welchen Nutzen haben Gründächer für Wildbienen?

Wildbienen sowie die Honigbiene spielen nicht nur eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen in der freien Landschaft. Auch in Städten tragen sie dazu bei, Pflanzen zu bestäuben, die Brachflächen oder andere wenig genutzte Standorte wiederbesiedeln. Jedoch werden das Nahrungsangebot sowie das Angebot an Nistplätzen in der Stadt für viele Wildbienenarten immer knapper. Der Raum innerhalb von Städten wird zunehmend intensiver genutzt, so dass kaum noch Freiflächen mit den nötigen Kleinstrukturen für Wildbienen existieren.

Dabei bieten Städte mit ihrem Mikroklima gute Voraussetzungen für eine vielfältige Wildbienenfauna. Als kaum bedeutsam für den Arten- und Naturschutz schätze man bisher das Potenzial von Gründächern als Ersatzlebensraum für Flora und Fauna ein. Doch auf strukturreichen Dachflächen mit unterschiedlichen Substratstärken kann sich eine artenreiche Flora und Fauna entwickeln. Dachbegrünungen können eine Ergänzung zu versiegelten Flächen darstellen und können, wenn sie richtig gestaltet sind, zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen. Wildbienen können im Siedlungsraum durch das wärmere Klima sowie eine hohe Struktur- und Pflanzenvielfalt günstige Lebensraumbedingungen vorfinden und profitieren von der höheren Sonneneinstrahlung auf den begrünten Dächern.

Von den knapp 600 Wildbienenarten Deutschlands besitzt ein Großteil spezielle Anforderungen sowohl an die Wahl ihrer Nahrungspflanzen als auch an die benötigten Niststrukturen. Sie profitieren von einer blütenreichen Pflanzenwelt, die während der gesamten Vegetationsperiode Futter in Form von Nektar und Pollen zur Verfügung stellt. Dachbegrünungen können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Gleichzeitig sind die Pflanzenarten auf den Dächern auf Bienen und andere Bestäuber angewiesen, damit die Pflanzenpopulation aufrechterhalten wird. Dies dient wiederrum anderen Tieren als Nahrungsressource.

Schon gewusst?

Viele Städte haben Förderprogramme, die Privatpersonen und Unternehmen bei der Anlage von Dachbegrünungen unterstützen. Weitere Informationen zu den einzelnen Förderprogrammen finden Sie hier:

Mehr als 30 % aller nestbauenden Wildbienenarten Deutschlands sind sogenannte Pollenspezialisten, die zur Aufzucht ihrer Nachkommen auf den Pollen bestimmter Pflanzenfamilien oder sogar –arten angewiesen sind. Je mehr Strukturen ein Gründach aufweist, desto mehr Wildbienenarten können gefördert werden. Über 50% der Wildbienenarten legen ihre Niströhren im Boden an und sind damit auf bestimmte Substrattypen und –tiefen angewiesen. Ungefähr ¼ der Wildbienen lässt sich durch das Aufstellen von künstlichen Nisthilfen, den sogenannten Wildbienenhotels, fördern. Die restlichen Wildbienenarten sind auf Totholz und andere Strukturen angewiesen.

Schon gewusst?

Welche Wildbienenarten das Gründach letztendlich nutzen können, ist im großen Maß von der Vernetzung des Gründaches mit anderen Lebensräumen sowie von der Höhe und Lage des Gebäudes und der Bepflanzung abhängig. Je höher das Gründach liegt, desto stärkeren Winden ist es ausgesetzt und desto weniger Wildbienenarten können es als Lebensraum nutzen.

Welche Dachbegrünungstypen gibt es?

Dachbegrünungen unterscheiden sich hinsichtlich der Mächtigkeit des Substrates und der damit verbundenen Bepflanzung. Grob wird zwischen der intensiven sowie extensiven Dachbegrünung unterschieden.

  • Bei intensiven Dachbegrünungen besitzt das Substrat eine Tiefe von 20 – 80 cm. Hier können aufwendige Begrünungen mit Stauden und Sträuchern, im Einzelfall auch mit Bäumen durchgeführt werden. Der Pflegeaufwand ist mit dem eines Gartens zu vergleichen, eine ausreichende Bewässerung und Pflege muss gegeben sein. Bei einer intensiven Dachbegrünung, kann die Fläche durch den Menschen genutzt werden.

Beispiele: Neubauten, kann nur selten nachträglich aufgerüstet werden

  • Extensive Dachbegrünungen zeichnen sich durch geringere Substrattiefen zwischen 2 und 20 cm aus. Es ist keine zusätzliche Bewässerung notwendig. In trockenen Sommermonaten ist das Blütenangebot jedoch sehr stark reduziert. Durch das geringere Gewicht des eingesetzten Substrates kann diese Begrünungsform auch nachträglich durchgeführt werden. Die Kosten in der Herstellung und im Unterhalt sind geringer als bei der intensiven Dachbegrünung.

Beispiele: Carport, Garage, Hausdächer mit geringer Neigung, Flachdächer etc.

  • Beispiel einer intensiven Dachbegrünung.

  • Beispiel einer extensiven Dachbegrünung.

Gestaltungshinweise

Bei der Planung begrünter Dächer ist auf ein hohes, vielfältiges und kontinuierliches Blütenangebot sowie auf eine vielfältige und abwechslungsreiche Gestaltung von Nistmöglichkeiten zu achten. Generell bieten intensive Dachbegrünungen durch ihre höhere Strukturvielfalt und die tieferen Substratschichten mehr Möglichkeiten einer abwechslungsreichen Bepflanzung und Gestaltung von Nistmöglichkeiten, von denen vor allem die im Boden nistenden Wildbienen profitieren. Aber auch extensive Begrünungen können ein vielfältiges Angebot an Nahrungspflanzen bereitstellen und zusätzlich mit Nisthilfen aufgewertet werden.

Nahrungsangebot

Wildbienen werden durch ein hohes Blütenangebot mit unterschiedlichen Pflanzenarten gefördert. Um über die gesamte Vegetationsperiode ein reichhaltiges Blühangebot bereitzustellen sollten neben frühblühenden Arten auch Hochsommerarten in der Bepflanzung vorhanden sein. Dabei ist darauf zu achten, dass die verwendeten Pflanzen an den Extremstandort angepasst sind und mit den trockenen und rauen Umweltbedingungen zurechtkommen.

Hier gibt es eine Übersicht an möglichen Pflanzenarten!

Die beigefügte Pflanzenliste enthält wildbienenfreundliche Pflanzenarten, die für extensive Flachdachbegrünung geeignet sind und wichtige Nektar- und Pollenquellen darstellen. Neben den Wildbienen bieten diese Pflanzen auch sehr vielen anderen Insektenarten wie Schmetterlingen, Käfern, Fliegen oder Wespen Nahrung. Der Liste können Sie auch entnehmen, welche Pflanzenarten sich für welche Substrattiefe eignen.

Download der Flachdach-Liste

Nistplatzangebot

Neben einem reichhaltigen Blühangebot sollten vielfältige Niststrukturen geschaffen werden. Bodennistende Arten werden mit einer Substrattiefe von >25 cm gefördert. Hier gilt, je tiefer das Substrat, desto besser. Einige Arten nehmen auch schon Substrattiefen von 10 – 15 cm an, jedoch ist unsicher, ob die Nachkommen erfolgreich überwintern, da das Substrat in kalten Wintern durchfrieren kann.

Auf strukturreichen Dachflächen mit unterschiedlichen Substratstärken kann sich eine artenreichere Flora und Fauna entwickeln als auf ausgeglichenen, dünnen Substratschichten. Die Standortvielfalt und damit auch die Vielfalt an Vegetationsformen kann durch unterschiedliche Substrate und Substratstärken mit geringem Aufwand deutlich erhöht und das Artenspektrum der Nahrungspflanzen und damit der Wildbienen vergrößert werden. Generell ist feines erdig-sandiges Substrat dem klassischen Tonsplittergemisch zu bevorzugen. Ist dies aus Kostengründen bzw. aus statischen Gründen nicht machbar, sind zumindest Strukturelemente, wie Sandlinsen wünschenswert Weiterhin wirkt sich eine lückige Vegetation positiv auf viele bodennistende Arten aus. Kleinere bodennistende Wildbienenarten lassen sich auch mit Substrat gefüllten Blumenkästen fördern.

Das Nistplatzangebot für oberirdische nistende Wildbienen kann durch künstliche Nisthilfen einfach und erfolgreich erhöht werden. Hier eignen sich Hartholzblöcke (Eiche, Buche, Esche) mit Bohrungen von 5 -10 cm Tiefe und einem Durchmesser von 3 – 10 mm. Überwiegen werden Bohrgänge mit einem Durchmesser von 4 – 7 mm genutzt. Weiterhin eignen sich Nisthilfen aus hohlen Pflanzenstengeln wie Bambus oder Schilf. Die Nisthilfen sollten sonnig und regengeschützt aufgebaut werden. Die Mindesthöhe über dem Boden sollte etwa 30 cm betragen, damit die Nisthilfe nicht durch die Vegetation beschattet wird. Bei intensiven Dachbegrünungen ist die Anlage von markhaltigen Stängeln von bspw. Königskerzen, Himbeeren, Disteln, Beifuss oder auch Holunder empfehlenswert. Alternativ lassen sich auch 0,5 – 1 m lange zurechtgeschnittene Stücke vertikal an Pfosten oder zwischen gespannten Drähten fixieren. Weiterhin sollten Totholzelemente, wie zum Beispiel alte Baumstrünke oder Wurzelstöcke angeboten werden.

Was sind Wildbienen?

Wildbienen in Deutschland

In Deutschland leben etwa 600 Wildbienenarten. Die meisten davon besiedeln trockenwarme und offene Lebensräume. Um sich dort fortpflanzen zu können, benötigen sie eine große Strukturvielfalt, die aus Hecken, Altholz, offenen Rohbodenflächen und einem reichhaltigen Angebot blühender Pflanzen bestehen muss. Nur so können Wildbienen ihre hohen Ansprüche an den Lebensraum erfüllen.

In Städten eröffnen Gärten und öffentliche Parkanlagen, Friedhöfe und Brachflächen große Chancen für Wildbienen, sofern sie reichhaltig gegliedert sind und einheimische Pflanzenarten beherbergen. Daher finden sich gerade in Städten zahlreiche Wildbienenarten, darunter viele bedrohte oder hoch anspruchsvolle Arten.

Wildbienen sind in Deutschland stark gefährdet. Etwa die Hälfte aller Arten steht auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten, einige Arten sind bereits ausgestorben oder unmittelbar vom Aussterben bedroht. Wildbienenschutz ist daher ein wichtiges öffentliches Thema.

Wildbienen sind gesetzlich geschützt und dürfen nicht gefangen oder beeinträchtigt werden.

Einen informativen Steckbrief über die Wildbienen finden Sie hier.

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Wildbienenarten sind bisher in Deutschland nachgewiesen!

Schon gewusst?

Die Honigbiene ist mit den Wildbienen verwandt. Allerdings handelt es sich bei ihr um eine vollständig domestizierte Art mit einer mehrjährigen und sozialen Lebensweise im Bienenstock. Ihre wilde Stammform ist in Europa vermutlich ausgestorben.

Wildbienen erkennen

Die meisten Wildbienenarten lassen sich leicht an ihrer pelzigen Behaarung erkennen. Die Weibchen besitzen zudem an den Hinterbeinen oder unter dem Bauch spezielle Haare, an denen sie Pollen transportieren. Bei genauer Betrachtung sind oftmals die gefüllten Pollenhöschen der Tiere zu erkennen. Auch die etwa 40 Hummelarten in Deutschland gehören zu den Wildbienen.

Neben den pelzigen Vertretern der Wildbienen gibt es eine Reihe von Arten, die keine Haare tragen. Viele von ihnen, besonders die Kuckucksbienen, sind auffällig gelbschwarz oder rotschwarz gefärbt. Sie können leicht mit verschiedenen Wespenarten verwechselt werden. Auch die Maskenbienen, schwarze und unauffällige Arten mit oftmals weniger als einem Zentimeter Körperlänge, werden häufig eher für eine Wespe als für eine Wildbiene gehalten. Die kleinste deutsche Biene, die Steppenbiene, misst nur vier Millimeter Körperlänge. Sie kommt nur noch auf wenigen Sandstandorten in der Oberrheinebene vor.

Die nächsten Verwandten der Bienen sind die Grabwespen, die Faltenwespen und die Wegwespen. Zusammen mit den Bienen werden sie und andere Insektenfamilien in der Gruppe der Stechimmen (das sind Arten, deren Weibchen einen Wehrstachel besitzen) in der Insektenordnung der Hautflügler zusammengefasst.

  • Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae)

    Diese auffällige Bienenart wurde zur Biene des Jahres 2018 gewählt. Sie kam ursprünglich nur in Südwestdeutschland vor und breitet sich durch den Klimawandel derzeit nach Norden aus. Sie hat inzwischen Norddeutschland erreicht. Die Biene nistet im Boden und sammelt Pollen an vielen verschiedenen Pflanzenarten.

  • Steinhummel (Bombus lapidarius)

    Die Steinhummel lebt wie die meisten anderen Hummelarten auch in Kolonien und nistet in oberirdischen Hohlräumen. Die Art ist weit verbreitet und im Siedlungsbereich sehr häufig. Dort ist sie unverwechselbar, während es im Freiland noch weitere Arten mit roter Hinterleibspitze gibt.

  • Garten Wollbiene (Anthidium manicatum)

    Die Wollbiene nistet in oberirdischen Hohlräumen, die mit Pflanzenfasern ausgekleidet werden. Die Männchen betreiben dabei ein sehr auffälliges Revierverhalten. Sie bewachen ihre Futterpflanzen aus der Luft und lassen nur Weibchen der eigenen Art zu. Andere Blütenbesucher, auch Honigbienen, werden attackiert und vertrieben.

  • Fuchsrote Sandbiene (Andrena fulva)

    Die Fuchsrote Sandbiene ist eine häufige Art in Gärten und vielen anderen Lebensräumen. Sie ist durch ihre dichte rote Behaarung unverwechselbar. Die Art ist oft an blühender Johannisbeere zu finden. Sie gräbt ihre Nester in den Boden und legt dort Brutzellen an, in denen sich die Bienenlarve entwickelt.

Schon gewusst?

Die meisten Wildbienenarten können einen Menschen nicht stechen, weil ihr Stachel viel zu fein ist, um unsere Haut zu durchdringen. Zudem ist von keiner Wildbienenart aggressives Verhalten bekannt, da die Arten ihre Nester nicht verteidigen. Das Weibchen einer Wildbiene – nur die weiblichen Tiere besitzen einen Wehrstachel – würde daher nur dann stechen, wenn man das Tier in die Hand nimmt. Doch selbst, wenn das Tier die Haut durchdringen kann, ist der Stich kaum spürbar. Eine Ausnahme davon machen lediglich Hummeln, doch auch ihr Stich hat längst nicht die Wirkung des Stichs einer Honigbiene.

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Hummelarten sind in Deutschland bekannt!

Lebensweise

Die überwiegende Zahl der Wildbienenarten lebt solitär. Das heißt, sie leben als Einzelgängerinnen (und nicht etwa in einem Bienenstock, wie die Honigbiene). Die Arten überwintern als Larve oder Puppe und schlüpfen im Frühjahr oder Sommer. Nach der Paarung beginnen die Weibchen im Boden oder in einem oberirdischen Hohlraum, ein Nest mit verschiedenen Brutzellen anzulegen. In jede Zelle füllen sie Pollen und Nektar, legen ein Ei dazu und verschließen die Zelle sowie später das gesamte Nest. Dann überlassen sie die Larven sich selbst.

Die Hummeln und wenige Arten der Furchenbienen bilden einjährige Völker mit einer Königin aus. Bei diesen sozial lebenden Wildbienenarten überwintert eine befruchtete Königin und gründet im Frühjahr ein Nest. Hier zieht sie zuerst Arbeiterinnen groß, die ihr beim Sammeln von Larvennahrung und beim Nestbau helfen. Später im Jahr produziert sie dann Männchen und befruchtungsfähige Weibchen, die Jungköniginnen. Diese verlassen das Nest, paaren sich und die Königinnen überwintern. Im folgenden Jahr beginnen sie den Zyklus von Neuem. Das alte Nest mit der alten Königin stirbt im Herbst ab.

Ein Wildbienenweibchen ist pro Saison durchschnittlich drei bis sechs Wochen aktiv. Jede Art besitzt dabei eine individuelle Flugzeit. Die ersten Bienen erscheinen je nach Witterung mit der Blüte der Saalweiden ab März, die letzten Arten fliegen noch im September.
Die sozialen Arten benötigen die gesamte Vegetationsperiode, um Nachkommen zu erzeugen.

Ein Blick in das Nest der Roten Mauerbiene

Als Einzelgänger bauen Wildbienenweibchen ihre Nester bis auf wenige Ausnahmen jedes für sich. Ein Weibchen kann unter günstigen Bedingungen etwa 30 Eier legen. Sie werden im Nest säuberlich durch Wände aus Lehm und Speichel voneinander getrennt abgelegt. Immer ein stiftförmiges Ei pro Brutzelle. Jedes Ei wird mit einem Brei aus Pollen und Nektar versorgt. Die erste und die letzte Brutzelle bleiben leer. Sie dienen als Puffer gegen Plünderer wie Vögel. Weil die Bienen entscheiden können, ob sie befruchtete oder unbefruchtete Eier legen, können sie über das Geschlecht des Eies entscheiden. Beim Bau werden zunächst befruchtete weibliche Eier gelegt, danach männliche. Entsprechend schlüpfen im Frühjahr die Männchen zuerst und warten direkt am Nest auf die Weibchen. Nach der Paarung beginnen die Weibchen dann mit dem Nestbau. Nach nur wenigen Wochen ist ihr kurzes Wildbienenleben zu Ende. Die Eier entwickeln sich im Nest zur Larve und dann zur Puppe mit Kokon, bis sie im nächsten Frühjahr schlüpfen.


Kuckucksbienen

Etwa 30 Prozent aller Wildbienenarten leben brutparasitisch. Gleich einem Kuckuck schleicht sich das Parasitenweibchen in ein fremdes Wildbienennest und legt sein Ei auf den Pollen, bevor die Wirtsbiene das Nest verschließt. Die Kuckuckslarve frisst den Pollenvorrat auf und schlüpft im Folgejahr anstelle der Wirtslarve. Letztere verhungert.

Alle Kuckucksarten sind hoch spezialisiert und parasitieren meist nur wenige oder nur eine einzige Wirtsbienenart. Bei den sozialparasitischen Hummelarten übernimmt die Kuckuckshummel ein Hummelnest, indem sie die alte Königin tötet oder mittels spezieller Duftstoffe dominiert. Sie erzeugt keine Arbeiterinnen, sondern nur Geschlechtstiere, die von den Arbeiterinnen der Wirtsart großgezogen werden.

Wildbienen mit Brutpflege
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Parasitäre Wildbienen
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Nistansprüche

Bei ihrer Nistplatzwahl sind Wildbienen hoch spezialisiert. Viele Arten graben ihre Nester in den Boden und bevorzugen dabei je nach Art unterschiedliche Habitate wie offene Bodenstellen, dichte Grasnarbe, Steilwände, verdichtete Bodenstellen oder lockere Sande.
Ein anderer Teil der Arten nistet oberirdisch in hohlen Stängeln, alten Käferbohrlöchern in Alt- und Totholz oder in selbst genagten Gängen in morschem Holz. Wieder andere Arten nisten in leeren Schneckenhäusern oder mörteln ihre Nester wie die Harzbienen aus Harz oder die Mauerbienen aus Lehm.
Alle Nistplätze, sowohl der unterirdisch als auch der oberirdisch nistenden Arten, müssen besonnt sein, weil sich die Larven nur bei genügend hohen Temperaturen entwickeln können.

Nisten im Erdboden
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Nisten in bestehenden Hohlräumen und Stängeln
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Nagt sich selbst Löcher in Totholz
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Baut Freinester aus Harz oder Mörtel
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Nahrungsansprüche

Die Wildbienen – mit Ausnahme der Brutparasiten – tragen Pollen und Nektar als Larvennahrung in ihre Nester ein. Etwa 30 Prozent aller in Deutschland vorkommenden Arten sind für den Polleneintrag auf eine oder wenige Pflanzenfamilien, -gattungen oder sogar nur auf eine einzige Pflanzenart spezialisiert.
Diese Bienenarten werden „oligolektische Arten“ genannt. Ohne ihre spezifische Pollenquelle können sich die Arten nicht entwickeln.
Neben der Pflanzenart ist auch die Anzahl entscheidend für den Fortpflanzungserfolg. Eine Biene benötigt manchmal Pollen von mehreren hundert oder gar tausend Einzelblüten, um eine einzige Brutzelle mit ausreichend Nahrung zu versorgen.
Zur Eigenversorgung mit Nektar können die erwachsenen Bienen auch andere Pflanzenarten nutzen. Besonders Bienenmännchen oder auch die Kuckucksbienen trifft man daher auf vielen verschiedenen Pflanzen an.

Flugkalender

Wildbienen haben sehr spezielle Anforderungen an ihren Lebensraum. Nur wer genau hinschaut und hinhört, findet die Bestäuber! Zum Beispiel in Gärten, die noch eine große Strukturvielfalt aufzeigen. Mit welchen Maßnahmen Sie bestimmte Wildbienenarten bei sich fördern können und in welchem Zeitraum sich die fleißigen Bestäuber in Ihrem Garten beobachten lassen, erfahren Sie in unserem Flugkalender: