Projektfläche Otto-Suhr-Allee

Im Juni 2019 konnten wir den Mittelstreifen der Otto-Suhr-Allee im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf für Wildbienen und andere Bestäuber aufwerten.  Auf insgesamt 1.735 Quadratmetern legten wir zur Förderung des bisher kurz gehaltenen Rasens Wildblumenwiesen an. Weiterhin wurden 53 Quadratmeter als offene Bodenfläche entwickelt. Im März 2021 wurde ein weiterer Abschnitt des Mittelstreifens erschlossen und die Wildblumenwiese um 350 Quadratmeter auf eine Gesamtfläche von ca. 1.785 Quadratmeter vergrößert.

Das verwendete Saatgut stammt aus dem Berliner Raum und ist in seiner Artzusammensetzung optimal an die Bedürfnisse der Wildbienen angepasst. Auch viele weitere Bestäuber profitieren von dieser Pflanzenauswahl. Um interessierte Passanten über die Maßnahmen im Zuge des Projektes aufzuklären, wurden mehrere Informationsschilder aufgestellt.

Ergebnisse der Wildbienenerfassung:

Der Mittelstreifen der Otto-Suhr-Allee wies vor Beginn der Projektarbeiten an allen Untersuchungstagen eine kurz gemähte und sehr blütenarme Grasflur auf (nur acht für Wildbienen wichtige Pflanzenarten). Dementsprechend ist die Anzahl der nachgewiesenen Wildbienen mit vier Arten sehr niedrig. Die Nachweishäufigkeit vor Ort reicht dabei von „selten“ bis „zerstreut“.

Die vier nachgewiesenen Arten sind nicht gefährdet und nicht an bestimmte Pollenquellen gebunden. Es handelt sich vielmehr um weit verbreitete und anspruchslose Arten. Nur Lasioglossum nitidulum hat spezifische Ansprüche an den Nistplatz. Die Art nistet in Steilwänden und in anderen vertikalen Strukturen. In der Umgebung der Projektfläche nistet sie vermutlich in Mauerfugen (Hauswände).

Durch die Anlage der Blühstreifen 2019 wies die Fläche zunächst ebenfalls wenig Blüten auf, abgesehen von  den Randbereichen. Im Verlauf des Jahres konnten aber immerhin 10 wichtige Nektar- und Pollenpflanzen gezählt werden. Die Anzahl von 13 nachgewiesenen Wildbienenarten ist dadurch wesentlich höher als im Jahr 2018 mit vier Arten. Das ist eine äußerst erfreuliche Verbesserung. Auf Bundes- und Landesebene befindet sich keine der Arten auf der Roten Liste, nur die Art Dasypoda hirtipes steht bundesweit auf der Vorwarnliste.

Auch die Pollenspezialisten waren mit zwei Arten vertreten, Hylaeus signatus (spezialisiert auf Resedagewächse) und Dasypoda hirtipes (spezialisiert auf Korbblütler). Die Beobachtung von Hylaeus signatus scheint aber eine Zufallsbeobachtung gewesen zu sein, da im Untersuchungsraum kein Exemplar von Reseda gefunden wurde.

2020 wurde die Fläche erneut auf Wildbienen untersucht. In diesem Jahr stieg die Artenvielfalt weiter an, auf 17 Wildbienenarten, darunter auch fünf Pollenspezialisten (oligolektische Arten). Von den gefundenen Arten steht keine auf der Roten Liste der gefährdeten Wildbienen, vier jedoch auf der Vorwarnliste.

Die auf der Fläche Otto-Suhr-Allee nachgewiesenen Wildbienenarten:
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name201820192020
Colletes fodiensFilzbindige Seidenbiene
x
Colletes similisRainfarn-Seidenbiene
x
Hylaeus communisGewöhnliche Maskenbienex
Hylaeus cornutusGehörnte Maskenbiene
x
Hylaeus punctatusGrobpunktierte Maskenbienex
Hylaeus signatusReseden-Maskenbienex
Andrena flavipesGewöhnliche Bindensandbiene
x
Andrena dorsataRotbeinige Körbchensandbienexx
Panurgus calcaratusStumpfzähnige Zottelbiene
x
Halictus subauratusGold-Furchenbienex
Lasioglossum calceatumGewöhnliche Schmalbienexxx
Lasioglossum laticepsBreitkopf-Schmalbienex
Lasioglossum morioDunkelgrüne Schmalbienex
Lasioglossum nitidulumGrünglanz-Schmalbienex
Lasioglossum pauxillumAcker-Schmalbiene
x
Sphecodes albilabrisDunkelflüglige Buckelbiene /Große Blutbienex
Dasypoda hirtipesDunkelfransige Hosenbienexx
Hoplitis aduncaNatternkopf-Mauerbienex
Megachile rotundataLuzernen-Blattschneiderbienex
Osmia bicornisRostrote Mauerbienex
Anthophora plumipesFrühlings-Pelzbienexx
Bombus lapidariusSteinhummelxx
Bombus pascuorumAckerhummelxx
Bombus terrestrisDunkle Erdhummelxx
Bombus vestalisGefleckte Kuckuckshummelx