Im Juni 2019 konnten wir den Mittelstreifen der Otto-Suhr-Allee im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf für Wildbienen und andere Bestäuber aufwerten.  Auf insgesamt 1.735 Quadratmetern legten wir zur Förderung des bisher kurz gehaltenen Rasens Wildblumenwiesen an. Weiterhin wurden 53 Quadratmeter als offene Bodenfläche entwickelt.

Das verwendete Saatgut stammt aus dem Berliner Raum und ist in seiner Artzusammensetzung optimal an die Bedürfnisse der Wildbienen angepasst. Auch viele weitere Bestäuber profitieren von dieser Pflanzenauswahl. Um interessierte Passanten über die Maßnahmen im Zuge des Projektes aufzuklären, wurden drei Informationsschilder aufgestellt.

Ergebnisse der wissenschaftlichen Begehung nach Abschluss der Arbeiten:

Der Mittelstreifen der Otto-Suhr-Allee wurde nicht gemäht und war daher im Frühjahr blütenreich, nach dem Umbruch der Fläche und der Aussaat war die Fläche zeitweise blütenlos. Zehn für Bienen wichtige Nahrungspflanzen konnten auf der Fläche nachgewiesen werden. Es finden sich offene Bodenstellen, welche von anspruchslosen Bienenarten zum Nisten genutzt werden können.

Es finden sich nach den Maßnahmen 13 Bienenarten auf den Flächen. Damit wurden auf dieser Fläche 9 Arten mehr angetroffen, als vor Durchführung der Arbeiten. Eine der Arten steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschland, die anderen Arten stehen nicht auf der Roten Liste. Die Arten sind alle selten oder zerstreut angetroffen worden.

Der Mittelstreifen als Lebensraum ist sehr von Stress geprägt, da vorbeifahrende Kraftfahrzeuge extreme Windböen verursachen, außerdem nutzen Fußgänger die Wiesen zum queren der Straße und Müll sammelt sich hier an.

Fazit: Der Mittelstreifen ist ein extremer Lebensraum, im jetzigen Zustand ist er trotzdem Lebensraum für einige Wildbienenarten geworden.

Die auf der Projektfläche Otto-Suhr-Allee nachgewiesenen Wildbienenarten vor Beginn der Arbeiten.
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Lasioglossum calceatumGewöhnliche Schmalbiene
Lasioglossum laticepsBreitkopf-Schmalbiene
Lasiglossum morioDunkelgrüne Schmalbiene
Lasiglossum pauxillumAcker-Schmalbiene
Dasypoda hirtipesDunkelfransige Hosenbiene
Bombus lapidariusSteinhummel
Bombus pascuorumAckerhummel
Bombus terrestrisDunkle Erdhummel
Anthophora plumipesFrühlings-Pelzbiene
Hylaeus communisGewöhnliche Maskenbiene
Hylaeus punctatusGrobpunktierte Maskenbiene
Hylaeus signatusReseden-Maskenbiene
Andrena dorsataRotbeinige Körbchensandbiene

Ergebnisse der wissenschaftlichen Begehung vor Beginn der Arbeiten:

Der Mittelstreifen der Otto-Suhr-Allee wies an allen Untersuchungstagen eine kurz gemähte und sehr blütenarme Grasflur auf (nur acht für Wildbienen wichtige Pflanzenarten). Dementsprechend war die Anzahl der nachgewiesenen Wildbienen mit vier Arten sehr niedrig. Die Nachweishäufigkeit reichte dabei von „selten“ bis „zerstreut“.

Die vier nachgewiesenen Arten sind nicht gefährdet und nicht auf bestimmte Pollenquellen gebunden. Es handelt sich vielmehr um weit verbreitete und anspruchslose Arten. Nur Lasioglossum nitidulum hat spezifische Ansprüche an den Nistplatz. Die Art nistet in Steilwänden und in anderen vertikalen Strukturen. In der Umgebung der Projektfläche nistet sie vermutlich in Mauerfugen (Hauswände).

Fazit: Im damaligen Zustand spielte die Projektfläche nur eine sehr untergeordnete Rolle für die Wildbienenfauna.

Die auf der Projektfläche Otto-Suhr-Allee nachgewiesenen Wildbienenarten vor Beginn der Arbeiten.
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Lasioglossum calceatumGewöhnliche Schmalbiene
Lasioglossum nitidulumGrünglanz-Schmalbiene
Bombus lapidariusSteinhummel
Bombus pascuorumAckerhummel