Im Juni 2019 konnten wir die Forckenbeckstraße im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf für Wildbienen und andere Bestäuber aufwerten. Zur Förderung des bisher kurz gehaltenen Rasens legten wir 755 Quadratmeter Wildblumenwiese an. Als ergänzende Maßnahmen entwickelten wir auf 97 Quadratmetern offenen Boden und auf 531 Quadratmetern wurde die Pflege naturnah umgestellt. Das verwendete Saatgut stammt aus dem Berliner Raum und ist in seiner Artzusammensetzung optimal an die Bedürfnisse der Wildbienen angepasst. Auch viele weitere Bestäuber profitieren von dieser Pflanzenauswahl. Um interessierte Passanten über die Maßnahmen im Zuge des Projektes aufzuklären, wurde ein Informationsschild aufgestellt.

Ergebnisse der wissenschaftlichen Begehung nach Abschluss der Arbeiten:

Die Rasenfläche an der Straßenkreuzung Forckenbeckstraße / Cunostraße zeichnet sich nur durch 16 verschiedene wichtige nahrungspflanzen aus. Ebenfalls die hohe Blütendichte machte die Fläche für Wildbienen attraktiv. Es wuchs unter anderem Hornklee und Natternkopf. Erst zum Spätsommer zeigt sich ein Verlust in der Blütenmenge, die durch Hitze und Trockenheit verursacht wurde.

Nach Abschluss der Arbeiten konnten 23 Wildbienen Arten auf der Fläche nachgewiesen werden. Keine der Arten ist gefährdet, allerdings stehen vier Arten auf de Vorwarnliste. Die meisten Arten wurden selten beobachtet, einige Arten kamen zerstreut vor. Die Arten Melitta leporina und Dasypoda hirtipens sind oligolektische Bienen, die auf Schmetterlingsblütler bzw. Korbblütler spezialisiert sind.

Fazit: Die Projektfläche ist im jetzigen Zustand relevant für viele Wildbienenarten. Weiterhin sind zwei Nahrungsspezialisten zu beobachten. Die Wildbienen sind vermutlich von den umliegenden Grünflächen auf die Projektfläche eingewandert.

Die auf der Projektfläche Hohenzollerndamm nachgewiesenen Wildbienenarten vor Beginn der Arbeiten.
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Hylaeus communisGewöhnliche Maskenbiene
Hylaeus hyalinatusMauer-Maskenbiene
Hylaeus pictipesGezeichnete Maskenbiene
Hylaeus punctatusGrobpunktierte Maskenbiene
Halictus subauratusDichtpunktierte Goldfurchenbiene
Halictus tumulorumGewöhnliche Goldfurchenbiene
Lasioglossum pauxillumAcker-Schmalbiene
Lasioglossum morioDunkelgrüne Schmalbiene
Sphecodes monilicornisDickkopf-Blutbiene
Sphecodes miniatusGewöhnliche Zwerg-Blutbiene
Dasypoda hirtipesDunkelfransige Hosenbiene
Melitta leporinaLuzerne-Sägehornbiene
Megachile willughbiellaGarten-Blattschneiderbiene
Megachile rotundataLuzerne-Blattschneiderbiene
Anthidiellum strigatumZwergharzbiene
Bombus lapidariusSteinhummel
Bombus pascuorumAckerhummel
Bombus lucorumHelle Erdhummel
Bombus terrestrisDunkle Erdhummel
Anthophora plumipesFrühlings-Pelzbiene
Andrena alfkenellaAlskens Zwergsandbiene
Andrena bicolorZweifarbige Sandbiene
Andrena nigroaeneaErzfarbene Düstersandbiene

Ergebnisse der wissenschaftlichen Begehung vor Beginn der Arbeiten:

Die Rasenfläche an der Straßenkreuzung Forckenbeckstraße / Cunostraße zeichnete sich an allen Untersuchungstagen durch einen artenarmen und lückigen Bewuchs aus. Mit 10 Arten war die Anzahl wichtiger Nahrungspflanzen sehr klein. Zeitweise war die Fläche nahezu blütenfrei (am 28. Juni kurz nach einer Mahd), an anderen Tagen war die Blütendichte (nicht Blütenvielfalt) höher, vor allem die Dichte an blühender Luzerne. Die geringe Blütenvielfalt bedingte eine geringe Anzahl an Wildbienenarten, die mit sechs Arten sehr klein war.

Das Artenspektrum setzte sich aus überwiegend anspruchslosen und ungefährdeten Arten zusammen. Diese wurden zumeist selten bis zerstreut auf der Fläche nachgewiesen, nur die Ackerhummel wurde häufiger beobachtet. Die Arten Melitta leporina und Megachile ericetorum sind oligolektische Bienen, die auf Schmetterlingsblütler spezialisiert sind. Sie profitierten von dem etwas größeren Luzerne-Bestand.

Fazit: Auch diese Projektfläche war im damaligen Zustand für die Wildbienenfauna eher von geringer Bedeutung, wenn auch zwei Nahrungsspezialisten nachgewiesen wurden.  Die Anlage einer Blühfläche wird sich voraussichtlich positiv auf die Wildbienenfauna auswirken, falls die richtigen Pollen- und  Nektarquellen zur Blüte gelangen. In der weitläufig bebauten Umgebung der Projektfläche sind viele Grün- und Freiflächen vorhanden, die als „Quellbiotope“ für die Ausbreitung von Wildbienenarten dienen können.

Die auf der Projektfläche Forckenbeckstraße nachgewiesenen Wildbienenarten vor Beginn der Arbeiten.
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Hylaeus hyalinatusMauer-Maskenbiene
Lasioglossum morioDunkelgrüne Schmalbiene
Melitta leporinaLuzerne-Sägehornbiene
Megachile ericetorumPlatterbsen-Mörtelbiene
Bombus lapidariusSteinhummel
Bombus pascuorumAckerhummel